Am Sonntag, den 17. September 2017 fand in Berlin der SoKa Walk (Sogenannter-Kampfhunde-Walk) statt, der vom Verein “Rottweiler Freunde Deutschland“ organisiert wurde. Mitglieder des Aktiven Tierschutz Berlin e.V. waren dabei, um ein Zeichen gegen einen Rassismus zu setzen der in der Hundeverordnung nichts zu suchen hat.

Als am 26. Juni 2000 in Hamburg-Wilhelmsburg ein Kind durch den Angriff zweier Pitbulls getötet wurde, wurde eine Kampfhundediskussion entfacht, die durch keinerlei Sachkenntnis getrübt wurde. Medien griffen das Thema auf und machten schnell die vermeintlich gefährlichen Rassen wie Pitbull und Staffordshire-Terrier als potentielle Gefahr für Leib und Leben aus. Die Frage, welche Schuld die jeweiligen Halter an schrecklichen Beißvorfällen trifft, wurde kaum gestellt.

Die „Kampfhunde“ sind eine relativ neue Erfindung – leider

Wie die Thematik der „Kampfhunde“ begann

Der tragische Hamburger Vorfall wurde zum Auslöser eines beispiellosen Aktionismus, der in seiner Konsequenz willkürlich und von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich Hunderassen als potentiell gefährlich einstufte. Während unter Fachleuten unstrittig ist, dass Hundehalter*innen für das Verhalten ihrer Tiere verantwortlich sind und nicht Rassemerkmale, wurden dessen ungeachtet scheinbat wahllos Rassen unter Generalverdacht gestellt. Wie willkürlich seitens dere zuständigen Behörden vorgegangen wurde, läßt sich schon daran erkennen, dass Rassen, die in einem Bundesland mit Verboten oder mit harten Restriktionen bedacht wurden, in anderen probelmlos gehalten werden können.

 

 

Teilnehmer des SoKa-Walks 2017 in Berlin

Kritik an der Rasseliste konnte die Hundeverordnung nicht stoppen

Es gab aber auch kritische Stimmen, die – am Beispiel des Hamburger Beißvorfalls – das Vorgehen der Behörden hinterfragten. Auf Wikipedia wird zum Beispiel von einem “mehrfach einschlägig vorbestraften“ Halter berichtet.

Spiegel Online erwähnt sogar einen Zeugen, der ausgesagt habe, dass der in die tötliche Attacke auf ein Kind involvierte Pitbull an Hundekämpfen teilnehmen musste.

Obwohl die Halter rechtskräftig verurteilt wurden, folgte die Politik den Ängsten der nicht oder unzureichend informierten Bürger*innen und verurteilte Hunderassen mit ‚Beißpotential‘ gleich mit. (Quelle SPIEGEL online.) Trotz Urteil erliessen alle Bundesländer jeweils abweichende Hundeverordnungen mit dem Ziel, die Sicherheit der Bevölkerung vor Attacken bestimmter Hunderassen zu vergrößern.

Anmerkung:

In der Hand unverantwortlicher Menschen ist auch ein Auto eine potentiell tötliche Waffe. Täglich kommen Menschen zu Tode, weil Autofahrer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben von Menschen gefährden oder auslöschen. Bis heute ist uns nicht bekannt, dass hierbei besonders auffällige Automarken verboten wurden oder deren Besitz nur unter Auflagen erlaubt ist. Selbst ein schon längst überfälliges Begrenzen der Höchstgeschwindigkeit auf deutschen Autobahnen wird trotz Klimawandel und einer hohen Zahl an Todesfällen durch Raser aus falsch verstandener Rücksicht auf mögliche Wählerstimmen und unter dem Druck der Autoindustrie nicht umgesetzt.

Letztlich geht es bei der Rasseliste nicht um „den Schutz der Bevölkerung vor gefährlichen Hunden“, sondern ebenfalls um Wählerstimmen. Tiere haben keine Lobby. Noch nicht.